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Mit Sommerwärme durch den Winter

Seit Februar versorgt der Energieverbund Tiefenbrunnen 80 Liegenschaften mit Wärme aus dem Zürichsee. Bis Ende 2032 sollen weitere 350 Anschlüsse von der nachhaltigen Energiequelle profitieren.

Publiziert 28.03.2025 Lesedauer 4 min

Es ist ein Durchbruch für nachhaltige Energie in der Stadt Zürich: Erstmals wurden im Februar 80 Liegenschaften im Quartier Riesbach mit Wärme aus dem Zürichsee versorgt. Ein entscheidender Schritt hin zur klimafreundlichen Stadt, denn das Ziel ist ambitioniert: Ab 2035 soll die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt sein. «Ein herausforderndes Vorhaben», sagt Dženan Draganović von Liegenschaften Stadt Zürich. «Aber mit starken Partner*innen ist das machbar.»

Effiziente Lösung für enge Platzverhältnisse

Eine starke Partnerin für den Kreis 8 hat die Stadt mit Energie 360° gefunden. Gerade für Altbauquartiere wie das Riesbach-Quartier sei ein Energieverbund das ideale dezentrale Heizsystem. «In dicht bebauten Stadtteilen sind etwa Wärmepumpen wegen der notwendigen Installationsfläche schwer realisierbar», erklärt Draganović. Da die Übergabestation deutlich kompakter ist als bisherige Lösungen, sei der Anschluss an ein Fernwärmenetz platzsparend und effizient. «Und damit eine praktische Alternative zu fossilen Heizungen im Altbau.»

  • «Die prognostizierten Betriebskosten werden eingehalten. Das bietet für künftige Anschlüsse eine verlässliche Planungsgrundlage.»

    Dženan Draganović

    Liegenschaften Stadt Zürich

  • Die Stadt plant, im Einzugsgebiet bis zu 5300 Personen in 3000 Wohnungen mit der Wärme aus dem Zürichsee zu versorgen. Davon profitiert auch die Umwelt: Dank dem Umstieg wird der CO2-Ausstoss voraussichtlich um 6500 Tonnen pro Jahr gesenkt.

    Sorglos heizen: Energie 360° übernimmt die Umsetzung

    Ein weiterer Vorteil für die angeschlossenen Liegenschaften: Energie 360° kümmert sich um die gesamte Umsetzung bis und mit der Übergabestation – von der Planung über den Bau bis hin zum laufenden Betrieb. «Für uns als Liegenschaftsbesitzerin stellt der Anschluss an einen Energieverbund die effizienteste Vorgehensweise dar», so Dženan Draganović weiter. Einerseits entfallen umfangreiche Planungs- und Koordinationsarbeiten: Kund*innen müssen weder eine eigene Heizanlage dimensionieren noch komplexe technische Entscheidungen eruieren. «Zudem werden die prognostizierten Betriebskosten eingehalten. Dies bietet für künftige Anschlüsse eine verlässliche Planungsgrundlage», erklärt Draganović.

    Starke Partnerschaft: Dženan Draganović (Liegenschaften Stadt Zürich, links) und Andreas Abdon (Energie 360°) feiern die Inbetriebnahme des Energieverbunds Tiefenbrunnen.

    Der Zürichsee als natürlicher Energiespeicher

    Mit dem Energieverbund Tiefenbrunnen erschliesst Energie 360° eine Energiequelle, die 100% erneuerbar ist. Die Technik ist ebenso innovativ wie nachhaltig: Der Zürichsee speichert Wärme aus Sonnenenergie. Im Sommer erwärmt sich das Seewasser auf rund 20 Grad. Diese Wärme wird dann in den Wintermonaten wieder abgegeben. «Dadurch gelingt es uns, die Sommerwärme auch im Winter nutzbar zu machen», erklärt Andreas Abdon, Gesamtprojektleiter von Energie 360°.

  • «Innerhalb eines Jahres haben sich über 100 Eigentümer*innen für einen Anschluss entschieden. Das zeigt, dass unser Konzept überzeugt und unser Produkt Vertrauen schafft.»

    Andreas Abdon

    Gesamtprojektleiter von Energie 360°

  • Nach dem Start der Planungsphase im Jahr 2018 erfolgte 2022 der Baubeginn. Bereits im Herbst 2024 konnte der Energieverbund Tiefenbrunnen in Betrieb genommen werden. Nun erfolgt 2025 die erste Wärmelieferung. «Wir haben eine nachhaltige Lösung versprochen und sie auch termingerecht liefern können. Auch das ist für solche Grossprojekte ein grosser Erfolg.»

    Zusätzlich stösst der Energieverbund auf hohes Interesse: «Innerhalb eines Jahres haben sich über 100 Eigentümer*innen für einen Anschluss entschieden. Das zeigt, dass unser Konzept überzeugt und unser Produkt Vertrauen schafft.» Und auch seitens der Stadt Zürich ist man vom Betrieb des Energieverbunds überzeugt. Dženan Draganović: «Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme zuverlässig und mit minimaler Wartung. Das schätzen wir sehr.»

    Hochmoderne Technik unter der Erde

    Das Herzstück des Energieverbunds bildet hochmoderne Technik. Eine Kombination aus Seewasserfassung, einer leistungsstarken Ammoniak-Wärmepumpe und einer neuen Energiezentrale wurde dabei unterhalb des Parkplatzes Zürichhorn verbaut. Die unterirdische Umsetzung brachte sowohl technische als auch logistische Herausforderungen mit sich. «Solche Bauwerke erfordern nicht nur ausreichend Platz, sondern auch aufwendige Genehmigungsverfahren», weiss der Gesamtprojektleiter.

    Der komplexe Bau der Energiezentrale auf dem Parkplatz Zürichhorn ist eine technische Meisterleistung.

    Auch sei der Ausbau des Fernwärmenetzes eine komplexe Aufgabe. «Wir mussten Gräben für die Leitungen ausheben, den Verkehr umleiten und gleichzeitig darauf achten, die Einschränkungen für die Anwohnenden so gering wie möglich zu halten», erinnert sich Abdon. «Dank der engen Abstimmung mit den städtischen Institutionen ist dies möglich gewesen.

    Andreas Abdon und Dženan Draganović unterstreichen die gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen: «Es braucht starke Kooperationen, um die Energiewende zu schaffen», sind sie sich einig. Das Projekt Energieverbund Tiefenbrunnen ist der Beweis dafür.

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